VideoKunstNächte 2022/2023

(English below)

Die VideoKunstNächte 2022/2023 zeigen in diesem Winter in einem Fenster mehrere Arbeiten nacheinander, die historische und zeitgenössische Position in der Videokunst thematisieren. Den Anfang machen vom 21. Oktober 2022 bis 1. Januar 2023 die Werke des in Leipzig arbeitenden Künstlers Sebastian Stumpf (*1980) und frühe Fluxus-Filmarbeiten aus den 1960er-Jahren von dem in Nizza arbeitenden Ben Vautier (*1935). Beide beschäftigen sich mit dem menschlichen Körper im Bewegtbild und dem Raum, der ihn umgibt. Die Interaktionen finden in Natur oder urbanen Räumen, bzw. an deren Schnittstellen statt: Vautier in seinen 16mm Filmen wie „La Traversée du port de Nice à la nage“ von 1963, in dem er durch den Hafen Nizzas schwimmt, oder Stumpf in „River“ von 2017, wo der durch das betoniertet Flussbett des Los Angeles Rivers triebt, das in den Pazifik mündet. In Stumpfs Arbeit „Ocean“ von 2016 sind es dann auch tatsächlich verschiedene Ozeane mit denen er interagiert. Bemerkenswert ist die beizeiten gegenläufige Inszenierung der Anstrengung des Körpers bzw. dessen Zielrichtung. Während Vautier in „Faire un effort“ von 1969 sein Mobiliar so lange wie möglich hochzuhalten versucht, der Film also exakt so lang ist, wie die Kraft der Muskeln es erlaubt, treibt Stumpf anstrengungslos durch urbane Flüsse. Während Vautier durch den Hafen von Nizza auf uns zu schwimmt, verschwindet Stumpf spurlos im Ozean. Bei Stumpf erscheint also zudem das aus der romantischen Landschaftsmalerei ererbte Motiv der Rückenfigur als Eintritt in die Natur für die Betrachtenden im Video sowie aber auch der am absurden interessierte Witz, der sich aus der Fluxus-Bewegung speist. Dafür ist wiederum Vautier mit seinen frühen Filmarbeiten ein Pionier gewesen.

 

This winter, the VideoArtNights 2022/2023 are showing several works one after the other in one window, which address historical and contemporary positions in video art. From October 21, 2022 to January 1, 2023, the works by Sebastian Stumpf (*1980), works in Leipzig, and early Fluxus film works from the 1960s by Ben Vautier (*1935, who works in Nice), will make the beginning of this season. Both deal with the human body in moving images and the space that surrounds it. The interactions take place in nature or urban spaces, or at their interfaces: Vautier in his 16mm films such as "La Traversée du port de Nice à la nage" from 1963, in which he swims through the port of Nice, or Stumpf in "River ' from 2017, where he drifts through the concrete bed of the Los Angeles River, which ends in the Pacific Ocean. In Stumpf's work "Ocean" from 2016 it is indeed different oceans with which he interacts. What is remarkable is the at times counteracting staging of the exertion of the body and its direction in both their practices. While Vautier tries to hold up his furniture for as long as possible in “Faire un effort” from 1969, i.e. the film is exactly as long as the strength of the muscles allows, Stumpf floats effortlessly through urban rivers. As Vautier swims towards us through the port of Nice, Stumpf disappears without a trace into the ocean. Finally with Stumpf, the motif of the Rückenfigur, inherited from romantic landscape painting, appears as an entry point into nature for the viewer in the video, but maybe even more importantly he is interested in the wit and the absurd, which feeds on the Fluxus movement. In turn, Vautier was a pioneer with his early film work precisely in this regard.

Öffnungszeiten
Preise
* Schüler*innen, Auszubildende, Studierende, Gruppen ab 10 Personen, Inhaber*innen des Recklinghausen Passes bzw. ein entsprechender Ausweis anderer Gemeinden, Inhaber*innen der Ehrenamtskarte NRW.
Die Kunsthalle ist barrierefrei zugänglich.
Führungen
Die öffentlichen Führungen sind kostenfrei, es muss lediglich das Eintrittsgeld entrichtet werden.

Die Kosten für eine gebuchte Führung betragen 55,- Euro pro Gruppe (max. 20 Personen). Anmeldung unter Telefon (02361) 50 19 35.
Anschrift
Anfahrt
Die Kunsthalle liegt direkt gegenüber dem Hauptbahnhof am Zentralen Busbahnhof. Die Kunsthalle ist mit allen öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Unter dem Busbahnhof befindet sich eine Tiefgarage. Achten Sie auf die Öffnungszeiten!