KUNSTPREIS »junger westen« 2019

Der 37. Kunstpreis »junger westen«, 2019 ausgeschrieben für Malerei, geht an Ugur Ulusoy. 1984 in Oberhausen geboren, studierte er von 2005 bis 2013 zunächst Architektur an der TU Braunschweig, von 2013 bis 2016 Industrial Design und schließlich von 2016 bis 2019 Bildende Kunst an der HBK Braunschweig. Aktuell ist Ulusoy Meisterschüler bei Prof. Hartmut Neumann an der HBK Braunschweig und bei Prof. Franz Ackermann an der Kunstakademie Karlsruhe. Er lebt und arbeitet in Braunschweig und Karlsruhe.

Die Jury lobte die große ästhetische Kraft seiner Werke, die vom klassischen Tafelbild bis zu raumgreifenden, malerischen Installationen reichen. Malerisch entwickelt Ugur Ulusoy „hybride Welten, die offen für alle sind und keine klare Verortung benötigen.“ (Ulusoy) Als Malgründe und Material für seine an Bühnenbilder oder Dioramen erinnernden malerischen Räume benutzt er häufig Stoffe, die aus dem Fundus seiner türkisch-kurdisch-aserbaidschanischen Familie stammen. Eine wichtige Grundlage ist für ihn die Theorie des „dritten Ortes“, die der indische Wissenschaftler Homi K. Bhabha begründet hat: „Ein Ort, an dem verschiedene Kulturen auf Augenhöhe aufeinander treffen um gemeinsam die Symbole und deren Bedeutung neu zu definieren um so Stereotype und die einhergehenden Machtstrukturen zu brechen.“ (Ulusoy)

Zur Jury gehörten in diesem Jahr die Malerinnen Prof. Karin Kneffel, Akademie der Bildenden Künste München, und Prof. Julia Schmidt, Kunstakademie Münster, Katia Baudin, Direktorin der Kunstmuseen Krefeld, und Roland Nachtigäller, Direktor des Marta Herford, Museum für Kunst, Architektur, Design sowie als geborene Mitglieder Christoph Tesche, Bürgermeister der Stadt Recklinghausen, Holger Freitag, Vorsitzender des Ausschusse s für Kultur, Wissenschaft und Stadtgeschichte der Stadt Recklinghausen und Dr. Hans-Jürgen Schwalm, Kunsthalle Recklinghausen.

Diesjährig bewarben sich 495 Künstler*innen. Teilnehmen konnten sie ab Jahrgang 1984 einschließlich mit deutscher Staatsangehörigkeit oder mit Wohnsitz in der Bundesrepublik Deutschland. Die Jury bestimmte nicht nur den diesjährigen Preisträger, sondern schlug auch insgesamt 21 Künstler*innen für die Ausstellung vor, die anlässlich der Preisverleihung am Sonntag, den 1. Dezember um 11 Uhr in der Kunsthalle eröffnet wird.

Der Kunstpreis »junger westen« ist der erste Förderpreis für Bildende Kunst, den eine deutsche Kommune nach 1945 auslobte. Dotiert mit 10.000 Euro wird er als Förderpreis für Bildende Kunst der Stadt Recklinghausen mit Unterstützung der Kulturstiftung der Stadtsparkasse Recklinghausen alle zwei Jahre vergeben.

Für die Ausstellung zum Kunstpreis »junger westen 2019« wurden folgende Wettbewerbsteilnehmer*innen ausgewählt:

Javkhlan Ariunbold | Fakhri Bohang | Paul Czerlitzki | Linda Ebert | Hanna Kaminski | Judith Kaminski | Arezoo Molaei | Lisa Sinan Mrozinski | Kriz Olbricht | Filiz Özcelik | Beatrice Richter | Max Schaffer | Sven Scharfenberg | Jeehye Song | Manuel Stehli | Clemens Tremmel | Sophie Ullrich | Ugur Ulusoy | Lea Wächter | Anja Warzecha | Rebekka von Zimmermann

 

Lesen Sie hier die Laudatio für Ugur Ulusoy von Lisa Krusche.

Die Preisträger des Kunstpreises »junger westen«

Der Kunstpreis  »junger westen« wird seit 1948 alle zwei Jahre als Förderpreis für Bildende Kunst der Stadt Recklinghausen vergeben. Er erinnert an die 1948 in Recklinghausen gegründete Künstlergruppe »junger westen« mit den Gründungsmitgliedern Gustav Deppe, Thomas Grochowiak, Ernst Hermanns, Emil Schumacher, Heinrich Siepmann und Hans Werdehausen. Die Künstlergruppe gilt als eine der bedeutenden Quellen der deutschen Kunst der Nachkriegszeit.

1948
Karl Otto Götz, Kurt Lehmann, Emil Schumacher, Heinrich Siepmann

1950
Hubert Berke, Hans Werdehausen

1951
HAP Grieshaber, Ernst Hermanns

1954
Heinrich Siepmann

1956 (erstmals öffentlich) ausgeschrieben für Malerei:
Emil Kiess

1957 ausgeschrieben für Bildhauerei:
Emil Cimiotti

1959 ausgeschrieben für Handzeichnung und Druckgrafik
Handzeichnung: Emil Cimiotti
Druckgrafik: Rolf Sackenheim

1961 ausgeschrieben für Malerei:
Horst Antes

1963 ausgeschrieben für Bildhauerei:
Erich Hauser

1965 ausgeschrieben für Handzeichnung und für Druckgrafik
Handzeichnung: Roland Dörfler
Druckgrafik: Axel Knopp

1967 ausgeschrieben für Malerei:
Gerhard Richter

1969 ausgeschrieben für Handzeichnung und Druckgrafik:
Christian Rickert

1972 ausgeschrieben für alle Techniken zum Thema "Politische und gesellschaftskritische Karikaturen":
Michel Sauer

1973 ausgeschrieben für alle Techniken zum Thema "Posie mit Material":
Ansgar Nierhoff

1975 ausgeschrieben für alle Techniken zum Thema "Akt":
Erhard Göttlicher

1977 ausgeschrieben für Malerei:
Friedemann Hahn

1979 ausgeschrieben für Collagen, Montagen, Assemblagen:
Rolf Glasmeier

1981 ausgeschrieben für Bildhauerei:
Otto Boll

1983 ausgeschrieben für Druckgrafik:
Hartmut Neumann

1985 ausgeschrieben für Malerei:
Petr Hrbek

1987 ausgeschrieben für Handzeichnung: 
Constantin Jaxy und Richard Teml

1989 ausgeschrieben für Bildhauerei:
Hannes Forster

1991 ausgeschrieben für Druckgrafik:
Matthias Mansen sowie Bogdan Hoffmann und Martin Noel

1993 ausgeschrieben für Malerei:
Susanne Paesler

1995 ausgeschrieben für Skulptur:
Stefan Kern

1997 ausgeschrieben für Druckgrafik und Handzeichnung:
Andreas Ludwig

1999 ausgeschrieben für Malerei:
Heike Gallmeier

2001 ausgeschrieben für Skulptur:
Ulrich Genth

2003 ausgeschrieben für Zeichnung, Grafik, Fotografie:
Peter Piller

2005 ausgeschrieben für Malerei:
Kalin Lindena

2007 ausgeschrieben für Plastik, Skulptur, Installation:
Gereon Krebber

2009 ausgeschrieben für Grafik, Zeichnung, Fotografie:
Susanne Britz (susannebritz) und Christian Schellenberger

2011 ausgeschrieben für Plastik, Skulptur,Installation:
Michael Sailstorfer

2013 ausgeschrieben für Malerei:
Florian Meisenberg

2015 ausgeschrieben für Grafik, Zeichnung und Fotografie:
Jan Paul Evers

2017 ausgeschrieben für Skulptur, Plastik, Installation: 
Max Leiß

2019 ausgeschrieben für Malerei: 
Ugur Ulusoy

Öffnungszeiten
Preise
* Schüler*innen, Auszubildende, Studierende, Gruppen ab 10 Personen, Inhaber*innen des Recklinghausen Passes bzw. ein entsprechender Ausweis anderer Gemeinden, Inhaber*innen der Ehrenamtskarte NRW.
Die Kunsthalle ist barrierefrei zugänglich.
Führungen
Die öffentlichen Führungen sind kostenfrei, es muss lediglich das Eintrittsgeld entrichtet werden.

Die Kosten für eine gebuchte Führung betragen 55,- Euro pro Gruppe (max. 20 Personen). Anmeldung unter Telefon (02361) 50 19 35.
Anschrift
Anfahrt
Die Kunsthalle liegt direkt gegenüber dem Hauptbahnhof am Zentralen Busbahnhof. Die Kunsthalle ist mit allen öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Unter dem Busbahnhof befindet sich eine Tiefgarage. Achten Sie auf die Öffnungszeiten!