Sammlungen im Dialog

27. September bis 22. November 2015

Das Kunstmuseum Bochum zu Gast in der Kunsthalle Recklinghausen

Seit vor gut 200 Jahren die ersten Museen ihre Türen öffneten, zählen das Sammeln, Bewahren, Erforschen, Ausstellen und Vermitteln von Kunstwerken und Kulturgegenständen zu ihren substantiellen Aufgaben: Museen informieren und bilden, bieten Erlebnisse und fördern Offenheit, Toleranz und den gesellschaftlichen Dialog. Sie sind Ausdruck einer gelebten bürgerlichen Demokratie, erziehen zu ästhetischer Mündigkeit und lassen die emanzipatorische Kraft von Kunst und Kultur erfahrbar werden. Museen sind öffentliche Institutionen und für jedermann zugänglich - auch wenn es ihnen angesicht einer zunehmenden Ökonomisierung von Kunst und Kultur immer schwerer fällt, ihren kulturellen Auftrag zu erfüllen.


1950 wurde in einem ehemaligen Hochbunker am Rande der Innenstadt die Kunsthalle Recklinghausen gegründet, zehn Jahre später in einer großbürgerlichen Villa am Stadtpark das Kunstmuseum Bochum als Städtische Kunstgalerie für Kunst nach 1945. Von Beginn an haben beide Häuser nicht zwischen Ausstellungs- und Sammlungsgegenstände getrennt, sondern haben ausgestellt, um sammeln zu können, damit Gesammeltes wiederum ausgestellt werden kann. Inmitten der dichten Museumslandschaft des Ruhrgebiets besitzen beide Sammlungen ein unverwechselbares Profil und kommunizieren doch äußerst fruchtbar miteinander. Die Einladung an das Bochumer Museum in Recklinghausen auszustellen, greift eine Idee der RuhrKunstMuseen auf, die Sammlungen der 20 regionalen Kunstmuseen zwischen Duisburg und Hamm als eine sich sinnfällig ergänzende Einheit zu sehen, als eine der größten Sammlungen moderner und zeitgenössischer Kunst überhaupt, die gerade im gemeinsamen Auftritt ihre Stärke beweist.