Ernst Hermanns

1. Februar bis 19. April 2015

« Allez les boules »

Hommage zum 100. Geburtstag von Ernst Hermanns

Mit Werken von: Ernst Hermanns, Otto Boll, Harald Busch, Heinz Jahn, Rolf Nolden, Stefan Pietryga, Christoph Rust, Heidemarie Wenzel

Ernst Hermanns (*1914, †2000) prägte als Künstler maßgeblich die Bildhauerei nach 1945, ebenso wie die Entwicklung der Kunstlandschaft Westfalens. 1950 schafft Ernst Hermanns sein erstes abstraktes Werk. Zunehmend steigert er die Auflösung und Entgrenzung des plastischen Körpers, dessen Volumen er räumlich durchdringt. Seine Oberfläche wird aufgebrochen, vielgliedrig wuchert und wächst er in den Raum, entwickelt ein zunehmend vegetativ-organisches Formenrepertoire und erscheint darin wie eine Entsprechung zur Malerei des Informel.

Doch Hermanns’ informelle Phase mit ihrem Ausdruck der spontanen Geste und einer bewegten, auf Naturprozesse anspielenden Oberflä- chenstruktur bleibt auf ein knappes Jahrzehnt beschränkt. Seit Beginn der 1960er Jahre arbeitet er mit plastischen Elementen, die keine indivi- duelle Handschrift mehr auszeichnet, mit einfachen stereometrischen Körpern wie Kugel, Zylinder und Stab, Ring und Scheibe. Sie verdichten sich zu kompakten Konstellationen, spielen mit Wiederholung und Reihung oder artikulieren die Leere platzräumlicher Situationen, wenn   etwa wenige Elemente wie dünne Rundstäbe oder kleine Kugeln in der Weite des plastischen Felds miteinander korrespondieren, die Leere durch ihren Dialog füllen und ihr eine Gestalt geben – vor allem aber ein menschliches Maß, das die Werke in unsere Welt zurückholt. 1975–1980 lehrt er als Professor am Institut für Kunsterzieher an der Staatl. Kunstakademie Düsseldorf, Abteilung Münster, der heutigen Kunstakademie Münster, und leitete dort eine Klasse für Bildhauerei. Sieben Schüler stehen seit dem Studium in engem Kontakt und gaben den Impuls, anlässlich des 100. Geburtstags von Ernst Hermanns am 8. Dezember 2014, die Idee seines Werks, die minimalistische Konstel- lation von geometrischen Körpern im Raum und ihr Rückbezug auf ihn in Größe, Form und Material als Ausstellungskonzept vorzustellen. In einem Dialog werden zeitgenössische Werke der Schüler, die mittler- weile eigenständige mutimediale, skulpturale und malerische Positi- onen als Künstler entwickelt haben, in einer Reihe von ortsbezogenen Installationen präsentiert.

Öffnungszeiten
Preise
* Schüler*innen, Auszubildende, Studierende, Gruppen ab 10 Personen, Inhaber*innen des Recklinghausen Passes bzw. ein entsprechender Ausweis anderer Gemeinden, Inhaber*innen der Ehrenamtskarte NRW.
Die Kunsthalle ist barrierefrei zugänglich.
Führungen
Die öffentlichen Führungen sind kostenfrei, es muss lediglich das Eintrittsgeld entrichtet werden.

Die Kosten für eine gebuchte Führung betragen 55,- Euro pro Gruppe (max. 20 Personen). Anmeldung unter Telefon (02361) 50 19 35.
Anschrift
Anfahrt
Die Kunsthalle liegt direkt gegenüber dem Hauptbahnhof am Zentralen Busbahnhof. Die Kunsthalle ist mit allen öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Unter dem Busbahnhof befindet sich eine Tiefgarage. Achten Sie auf die Öffnungszeiten!