„Erinnerung an Blumenthal“ – Kunstmeile

Kunsthalle wird im Programm #heimatruhr gefördert


Seit 2014 gibt es auf den ehemaligen Zechengleisen des Bergwerks General Blumenthal die Kunstmeile. Der so betitelte Rad- und Wanderweg verläuft vom Hellbach bis zur Friedrich-Ebert-Straße und führt dann als Allee des Wandels weiter bis nach Herten bzw. nach Hochlarmark. Ihren Namen erhielt die Kunstmeile, als die von Michael Sailstorfer geschaffenen Mückenhäuser als Kunstwerke und nächtliche Beleuchtung installiert wurden. Nun soll die Kunstmeile belebter und beliebter werden. Neben drei weiteren Modulen soll die Gestaltung der Radunterführung unter den Bahngleisen zwischen Herner Straße und Kurt-Schumacher-Allee dazu beitragen. Kooperationspartner für das Vorhaben ist der Geschichtskreis General Blumenthal. Ehemalige Bergleute haben bereits mit Künstlerin SARIDI. und Kunsthistorikerin Johanna Lohff einen Gestaltungsentwurf entwickelt, der auf historischen Fotos des Bergwerks über und unter Tage beruht. Nun soll der Entwurf umgesetzt werden. Auf diese Weise soll ein Ort entstehen, der die „Erinnerung an Blumenthal“ wach hält.

Mehr erfahren Sie im ersten #heimatruhr-Podcast: 
https://www.e-c-c-e.de/heimatruhr/heimatruhr-podcast.html

Ein Interview mit den Initiator*innen lesen Sie hier:
https://www.e-c-c-e.de/news-detail/interview-erinnerungen-an-blumenthal.html

Sehen Sie hier den Entwurf der Urbanisten und den Gestaltungsvorschlag des Geschichtskreises General Blumenthal 

Die Unterführung an der Kunstmeile wird gestaltet

Bergbaugeschichte trifft Betonwände: Die Unterführung auf der Kunstmeile zwischen der Herner Straße und der Kurt-Schumacher-Allee wird aktuell im Rahmen des Projektes #heimatruhr gestaltet. Bürgermeister Christoph Tesche stellte das Zwischenergebnis gemeinsam mit Museumsdirektor Dr. Nico Anklam und Dr. Johanna Beate Lohff, Projektleiterin „Erinnerung an Blumenthal“, am Montag, 21. Juni, der Öffentlichkeit vor. 

Das ehemalige Gelände der Zeche General Blumenthal liegt in unmittelbarer Nähe und so war schnell klar, dass die Gestaltung der Kunstmeilen-Unterführung die Geschichte ebendieser zum Thema haben soll. „Die Bergbautradition ist tief in unserer Stadtgesellschaft verwurzelt“, sagte Tesche. „Mit der nun künstlerischen Unterführung erhält Recklinghausen nun einen weiteren Ort, der auf diesen wichtigen Teil unserer Heimatgeschichte aufmerksam macht.“ 

Erst im Mai wurde der Entwurf der Urbanisten e.V. aus Dortmund in einem Juryentscheid ausgewählt, bereits jetzt hat die Gestaltung begonnen. Aufgrund des aktuell unbeständigen Wetters verschiebt sich die Fertigstellung allerdings um wenige Tage. Das Team um David Kory, Projektleiter bei Die Urbanisten e.V., hat bereits die Graffitis für die benachbarte Schlachthofbrücke kreiert, die auf viel positive Resonanz in der Bevölkerung gestoßen sind. Sobald das Wetter wieder beständiger wird, können Die Urbanisten e.V. mit Ihrer Arbeit fortfahren.

„Die Verbundenheit mit einem Ort durch Kunst zu stärken, ist uns ein wichtiges Anliegen“, erklärte Dr. Nico Anklam. „Die weit zurückreichende, weltweite Tradition der Wandmalerei bot oft Gelegenheit, die historischen und aktuellen Zusammenhänge des Heimatorts künstlerisch zu reflektieren. Mit der nun realisierten Gestaltung kommt ein weiterer Ort in Recklinghausen hinzu, der uns dazu einlädt.“ 

Die Mitglieder des Geschichtskreises General Blumenthal haben sich an der Entwicklung des künstlerischen Konzeptes direkt beteiligt. „Die ehemaligen Bergleute kennen ihre Zeche wie die eigene Westentasche und haben die Motive von über und unter Tage aus ihrem Fotoarchiv sorgfältig ausgewählt“, sagte die Projektleiterin Dr. Lohff. Mit dem Graphic Novel-Stil werden die Fotografien an den Wänden der Unterführung nun zu neuem Leben erweckt. „Den schwarz-weißen Illustrationen haben wir eine organische Form gegeben, welche an die Gruben und Tunnel aus dem Bergbau erinnert“, fügte David Kory hinzu. 

Das gemeinsame Ziel lautet, die Erinnerung wachzuhalten und zu zeigen, wie dieser Ort einmal ausgesehen hat. Damit wird gleichzeitig der allgegenwärtige Strukturwandel thematisiert, da die ehemalige Schachtanlage seit 2019 saniert ist und für eine Neubebauung zur Verfügung steht. 

Das Projekt „Erinnerung an Blumenthal“ wird gefördert vom Ministerium für Heimat, Bau, Kommunales und Gleichstellung (MHBKG) des Landes Nordrhein-Westfalen im Rahmen des Programms #heimatruhr. Die Kosten für die Gestaltung der Unterführung belaufen sich auf etwa 20.000 Euro, die das Ministerium im vollen Umfang übernimmt. Zusätzlich wird es in Zukunft noch eine Beschilderung und App geben, die auf die ehemalige Zeche und ihre Geschichte hinweisen. 

Auf dem Foto von links nach rechts: Bürgermeister Christoph Tesche (l.) und Dr. Nico Anklam (2.v.l.) stellten das Zwischenergebnis der Gestaltung der Kunstmeilen-Unterführung vor. Mit dabei waren Rudi Turinsky, Geschichtskreis General Blumenthal, Holger Freitag, Vorsitzender des Kulturausschusses, Oliver Mark, Künstler bei Die Urbanisten e.V., Joachim Feldt, Geschichtskreis General Blumenthal, Dr. Johanna Lohff, Projektleiterin „Erinnerung an Blumenthal“, Dieter Frowein, Geschichtskreis General Blumenthal, und Rolf Euler, Leiter des Geschichtskreises General Blumenthal (Foto: Kerstin Weber)

Das Projekt wird vom Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert. Weitere Informationen zum Projekt #heimatruhr gibt es auf der Internetseite des MHBKG: www.mhkbg.nrw/themen/heimat/heimatruhr. Partner sind das creative centre for european economy und das Institut Arbeit und Technik der Westfälischen Hochschule (IAT) im Rahmen von #heimatruhr.

Öffnungszeiten
Preise
* Schüler*innen, Auszubildende, Studierende, Gruppen ab 10 Personen, Inhaber*innen des Recklinghausen Passes bzw. ein entsprechender Ausweis anderer Gemeinden, Inhaber*innen der Ehrenamtskarte NRW.
Die Kunsthalle ist barrierefrei zugänglich.
Führungen
Die öffentlichen Führungen sind kostenfrei, es muss lediglich das Eintrittsgeld entrichtet werden.

Die Kosten für eine gebuchte Führung betragen 55,- Euro pro Gruppe (max. 20 Personen). Anmeldung unter Telefon (02361) 50 19 35.
Anschrift
Anfahrt
Die Kunsthalle liegt direkt gegenüber dem Hauptbahnhof am Zentralen Busbahnhof. Die Kunsthalle ist mit allen öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Unter dem Busbahnhof befindet sich eine Tiefgarage. Achten Sie auf die Öffnungszeiten!